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Projekt “Zweckverband Naherholungsraum Itzenplitz“

 

 

 

hier: Festschrift "30 Jahre Zweckverband Naherholungsraum Itzenplitz –
        Bilanz einer Erfolgsstory"

 

 

von Delf Slotta, Saarbrücken

 

 

 


 

 

Vorwort

 

 

 

Vor nunmehr über 30 Jahren, genau am 17. Mai 1972, ist der „Zweckverband Naherholungsraum Itzenplitz“ gebildet worden. Im entsprechenden Beschluss, bekannt gemacht im „Amtsblatt des Saarlandes“, ist nachzulesen, was sich die Vertreter der damaligen Gemeinden Heiligenwald, Merchweiler, Wemmetsweiler und der Stadt Friedrichsthal mit der Gründung des Zweckverbandes für Ziele gesetzt hatten. Im Einzelnen heißt es, dass es Aufgabe des Zweckverbandes sei, den Verbandsbereich „zu einer im Zusammenhang geordneten Erholungs- und Kulturlandschaft unter Berücksichtigung des Naturschutzes“ zu entwickeln. Heute sind die Gemeinden Schiffweiler, Merchweiler und die Stadt Friedrichsthal Träger des Zweckverbandes.

 

In der Vergangenheit ist es gelungen, das ca. 750 ha große Zweckverbandsgebiet durch eine Vielzahl attraktivitätsfördernder Maßnahmen entscheidend aufzuwerten. Die Menschen aus der Region haben die landschaftlichen Qualitäten und die auf die Förderung der Naherholung ausgerichteten neu entstandenen Infrastrukturen angenommen. Und zunehmend ist feststellbar, dass die besonderen Anlaufpunkte im Zweckverbandsgebiet, so der Itzenplitzer Weiher und der Saufangweiher, auch von weiter entfernt lebenden Menschen und den Gästen unseres Landes besucht werden. Meine Bewertung des 30jährigen Engagements für den Zweckverband Naherholungsraum Itzenplitz lautet: das, was als Aufgabe des Zweckverbandes bei seiner Gründung formuliert worden war, ist zwischenzeitlich in großen Teilen erreicht. Der Zweckverband Naherholungsraum Itzenplitz ist aus meiner Sicht eine Erfolgsgeschichte!

 

In der Zukunft gilt es, den beschriebenen Weg weiter zu gehen. Die bislang erreichten Erfolge müssen als Verpflichtung verstanden werden, unsere öffentlichkeitsorientierten Angebote konsequent zu entwickeln. Gleichzeitig gilt es, Natur und Landschaft, die das Potential unseres Naherholungsraumes Itzenplitz darstellen, mit ihren außergewöhnlichen Qualitäten und Bildern zu

erhalten. Alle Verbandsgemeinden sind bereit, sich in diese wichtige Aufgabe auch weiterhin einzubringen. Mit ihren Verbandsumlagen haben sie dazu beigetragen, dass schon in den 1980er Jahren weit über 1 Mio. Deutsche Mark im Naherholungsgebiet investiert werden konnten. Diese seitdem immer wieder erbrachten Leistungen haben dazu geführt, dass heute ungefähr 40.000 im Ballungsraum lebende Menschen den Verbandsbereich regelmäßig zur Naherholung nutzen. Diese lade ich ein, unsere Angebote im Naherholungsraum Itzenplitz auch weiterhin wahr- und anzunehmen. Gleichzeitig bitte ich Sie alle, die Einrichtungen im Zweckverband pfleglich zu behandeln, damit sie von allen Besucherinnen und Besuchern als einladend empfunden werden. In diesem Zusammenhang wünsche ich mir, dass der Zweckverbandsbereich sein attraktives Erscheinungsbild und seine Bedeutung für die Menschen der Region und unsere Gäste dauerhaft festigen kann.

 

Abschließend möchte ich all denen danken, die sich für die Belange des „Zweckverbandes Naherholungsraum Itzenplitz“ engagiert und mit dazu beigetragen haben, ein schönes und markantes Stück unserer Heimat zu sichern und nach vorne zu bringen. Diese Festschrift dokumentiert das Werden und das Wirken des Zweckverbandes - von der Idee über die Anfänge bis in die Jetztzeit. Sie schlägt zudem einen Bogen in die Zukunft und zeigt dabei auf, welche Möglichkeiten der Naherholungsraum Itzenplitz bietet. Für die Erstellung dieser Festschrift danke ich dem Autor, Herrn Delf Slotta, ganz herzlich.

 

 

Ihr

Walter Dietz

 

Bürgermeister der Gemeinde Merchweiler

und Verbandsvorsteher  

 

 

 


 

 

Der „Zweckverband Naherholungsraum Itzenplitz“ –

Entstehung, Aufgaben, Organe und momentane Zusammensetzung der Verbandsgremien

 

 

Bereits im Jahre 1964 wurde die Idee geboren, über Gemeindegrenzen hinweg ein Gebiet rund um den Itzenplitzer Weiher als einen Ort der Ruhe inmitten der von der Montanindustrie geprägten Region auszuweisen. Initiator dieser Überlegungen war der Heiligenwalder Bürger Werner Altmeier. Er bündelte seine Vorstellungen in einer 20-seitigen Broschüre, die er im Jahre 1971 der Öffentlichkeit und den politischen Entscheidungsträgern vorlegte.

 

Am 17. Mai 1972 wurde von den damaligen Gemeinden Heiligenwald, Wemmetsweiler und Merchweiler sowie der Stadt Friedrichsthal der „Zweckverband Naherholungsraum Itzenplitz“ gegründet. Der Naherholungsraum umfasst eine Fläche von ca. 7 Quadratkilometern. Das Zweckverbandsgebiet beinhaltet die Waldlandschaft zwischen den Siedlungen Merchweiler, Wemmetsweiler, Heiligenwald, Landsweiler-Reden, Bildstock und Maybach, die heute den Gemeinden Merchweiler und Schiffweiler sowie der Stadt Friedrichsthal zuzurechnen sind. Diese drei Kommunen haben als Träger des „Zweckverbandes Naherholungsraum Itzenplitz“ in nunmehr 30 Jahren dieser siedlungsnahen Erholungs- und Erlebnislandschaft ein klares und vor allem unverwechselbares Profil verliehen.

 

Dieses Profil orientiert sich an den Aufgaben des Zweckverbandes. Sie sind in der Satzung festgeschrieben. Der § 2 der Zweckverbandssatzung regelt die Aufgaben des Zweckverbandes. Er ist seit der Begründung des Zweckverbandes unverändert geblieben.

 

Der § 2 lautet:

 

(1)   Die Aufgabe des Zweckverbandes ist die Entwicklung des Verbandsbereiches zu einer im Zusammenhang geordneten Erholungs- und Kulturlandschaft unter Berücksichtigung des Naturschutzes.

 

(2)   Die für diese Entwicklung erforderlichen Bauleitpläne werden in Planungshoheit von den Verbandsgliedern in Zusammenarbeit mit dem Zweckverband in eigener Zuständigkeit erstellt und erforderlichenfalls abgeändert.

 

(3)   Im Einzelnen sollen insbesondere verwirklicht werden: Anlage und Unterhaltung der in den Bauleitplänen vorgesehenen Wege, Plätze, Wasserflächen und Erholungseinrichtungen.

 

(4)   Die Ausführung der in Abs. (3) genannten Aufgaben obliegt dem Zweckverband.

 

 

Die Satzung des „Zweckverbandes Naherholungsraum Itzenplitz“ benennt in § 4 die Organe des Verbandes. Organe des Verbandes sind:

 

  1. die Verbandsversammlung

  2. der Verbandsausschuss

  3. der Verbandsvorsteher

 

 

Die Verbandsversammlung ist das oberste Willensorgan des Verbandes. Sie setzt sich zusammen aus:

 

  1. dem Verbandsvorsteher, als Vorsitzendem,

  2. den jeweiligen Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden,

  3. den von den Verbandsmitgliedern gewählten Vertretern.

 

Die Verbandsversammlung beschließt grundsätzlich über alle Angelegenheiten des Zweckverbandes.

 

 

Der Verbandsausschuss setzt sich zusammen aus:

  1. dem Verbandsvorsteher, als Vorsitzendem,

  2. den Bürgermeistern der Verbandsglieder.

 

Dem Verbandsausschuss obliegt:

  1. die Vorbereitung der Beschlüsse der Verbandsversammlung,

  2. die Überwachung der Ausführung der Verbandsversammlungsbeschlüsse.

 

 

Der Verbandsvorsteher

 

(1)   Der Verbandsvorsteher ist der jeweilige Bürgermeister der Gemeinde Merchweiler, nachdem die Gemeinde Merchweiler entsprechend ihrer gesamten Einwohnerzahl satzungsgemäß den höchsten Anteil zur Verbandsumlage aufbringt.

 

(2)   Der Verbandsvorsteher führt die Verwaltung und die laufenden Geschäfte des Verbandes. Er vollzieht die Beschlüsse der Verbandsversammlung und des Verbandsausschusses.

 

(3)   Der Verbandsvorsteher vertritt den Zweckverband.

 

(4)   Der Verbandsvorsteher stellt die Tagesordnung ffür die Sitzungen der Verbandsversammlung und des Verbandsausschusses auf, beruft die Sitzungen ein und führt in diesen den Vorsitz.

 

(5)   Die Verbandsversammlung wählt aus ihrer Mitte für die Dauer der Wahlperiode des Gemeinderates zwei Stellvertreter des Verbandsvorstehers, die aus den Gemeinden kommen, die den Verbandsvorsteher nicht stellen.

 

 

Das Amt des Verbandsvorstehers und dessen Stellvertreters, das Amt des Schriftführers und dessen Stellvertreters, das Amt der Mitglieder der Verbandsversammlung und des Verbandsausschusses sowie das Amt des Verwaltungsgeschäftsführers sind Ehrenämter.

 

 

 

Die Organe des „Zweckverbandes Naherholungsraum Itzenplitz“ sind derzeit wie folgt besetzt:

 

 

 Verbandsversammlung

 

Antonio Vico Aguilar, Merchweiler

Hubert Berg, Schiffweiler

Werner Cornelius, stellvertretender Verbandsvorsteher, Friedrichsthal

Friedrich Dewes, Merchweiler

Walter Dietz, Verbandsvorsteher, Merchweiler

Joachim Dörr, Merchweiler

Norbert Eisenbach, Schiffweiler

Gertrud Fries, Merchweiler

Friedhelm Frisch, stellvertretender Verbandsvorsteher, Schiffweiler

Hermann Guckeisen, Friedrichsthal

Harald Hauch, Friedrichsthal

Liane Hornberger, Schiffweiler

Michael Kessler, Merchweiler

Holger Maroldt, Schiffweiler

Ingrid Rauber, Friedrichsthal

Willi Rothfuchs, Merchweiler

Gabi Schario, Friedrichsthal

Kunigunde Schlicker, Merchweiler

Michael Sieslack, Schiffweiler

Wolfgang Stengel, Schiffweiler

 

Beratend tätig sind:

 

Gerhard Bös, Stadt Friedrichsthal

Bettina Kluding, Gemeinde Schiffweiler

Gernot Scheerer, Saarforst Regionalbüro Ost, Neunkirchen

Hans Hermann Woll, Gemeinde Merchweiler, Geschäftsführer des Zweckverbandes

Hans Werner Zewe, Gemeinde Merchweiler

 

 

Verbandsausschuss

 

Werner Cornelius, stellvertretender Verbandsvorsteher, Friedrichsthal

Walter Dietz, Verbandsvorsteher, Merchweiler

Friedhelm Frisch, stellvertretender Verbandsvorsteher, Schiffweiler

 

Gerhard Bös, Stadt Friedrichsthal

Bettina Kluding, Gemeinde Schiffweiler

Gernot Scheerer, Saarforst Regionalbüro Ost, Neunkirchen

Hans Hermann Woll, Gemeinde Merchweiler, Geschäftsführer des Zweckverbandes

Hans Werner Zewe, Gemeinde Merchweiler

 

 

Verbandsvorsteher

 

Walter Dietz, Verbandsvorsteher, Merchweiler

 

Werner Cornelius, stellvertretender Verbandsvorsteher, Friedrichsthal

Friedhelm Frisch, stellvertretender Verbandsvorsteher, Schiffweiler

 

 

 

 

 

 

 

Der „Naherholungsraum Itzenplitz“ –

eine Kulturlandschaft voller Attraktionen

 

 

Das Gebiet des „Zweckverbandes Naherholungsraum Itzenplitz“ gehört zum Saarkohlenwald. Die Waldlandschaft des Naherholungsraumes liegt zwischen den Siedlungen Merchweiler, Wemmetsweiler, Heiligenwald, Landsweiler-Reden, Bildstock und Maybach. Das landschaftliche Gefüge weist Höhenlagen zwischen 285,00 m ü. NN (Hochenweiher) und 396,60  m ü. NN (Wildseiters) auf. Die Reliefenergie ist stark. Zahlreiche Fließgewässer wie der Kallenbrunnenbach („Kallenbach“), der Schwammbach („Rombach“) oder der Hoferbach haben sich tief in die karbone Landschaft eingekerbt und dabei reizvolle Täler entstehen lassen. Im Naherholungsgebiet überwiegt der Mischwaldanteil, bestehend aus Buchen, Lärchen, Birken, Hainbuchen, Kirschen, Eschen und anderen Gehölzen. Aber auch Kiefern und ein zum Teil dichter Fichtenbestand sind vorhanden.

 

Besondere Anziehungspunkte im Zweckverbandsgebiet sind der Itzenplitzer Weiher, auch Rußhütter Weiher genannt, mit einer Fläche von 42.400 qm, einer maximalen Tiefe von 18 Metern und einem Volumen von 170.000 cbm Wasser, sowie der Saufangweiher mit einer Fläche von 55.000 qm, einer maximalen Tiefe von 7 Metern und einem Wasserfassungsvermögen von 110.000 cbm. Beide Gewässer beheimaten zahlreiche Fischarten und besonders der Itzenplitzer Weiher wird wegen seiner guten bis sehr guten Wasserqualität nicht nur von Anglern hoch geschätzt. Gut ausgebaute Rundwanderwege führen an den Weiherufern entlang und ermöglichen immer wieder neue, herrliche Ausblicke. Der Saufangweiher stellt als ehemaliger Absinkweiher der Grube Maybach ein wichtiges „Biotop aus zweiter Hand“ dar und ist unter Natur- und Artenschutzgesichtspunkten von hoher Bedeutung. Regelmäßig brütet hier beispielsweise der seltene Haupentaucher. In den Sommermonaten sind Teile der Wasseroberfläche mit einem gelben Teppich, gebildet von der Teichrose, überzogen. Eine Idylle der besonderen Art stellt das Hofertal mit seinen Weiheranlagen, darunter dem ehemaligen Schwimmbad, dar.

 

Die touristische Infrastruktur des Naherholungsraumes Itzenplitz ist in den letzten Jahren stark verbessert worden. Vor allem Wanderern wird im Zweckverbandsgebiet viel geboten. Neben den drei großen Rundwanderwegen, dem „Bärenweg“ (3 Stunden Wanderzeit), dem „Eichhörnchenweg“ (1,5 Stunden Wanderzeit) und dem „Eberweg“ (0,75 Stunden Wanderzeit) lädt ein System von gut ausgeschilderten Wanderwegen mit einem Gesamtwegenetz von 53 Km zum Wandern ein. Seit dem Jahr 2000 erschließen darüber hinaus Teile der so genannten „Schiffweiler Bergbauwege“ die industriekulturellen Attraktionen im Zweckverbandsgebiet im Zusammenhang. Trimmpfade, Lauftreffs, Mountainbikestrecken, ein Reitwegenetz sowie die Angelweiher Itzenplitz und Saufang ermöglichen eine von Vielfalt gekennzeichnete aktive Freizeitgestaltung. Zehn Schutzhütten, zahlreiche Ruhebänke, die in Teilen als Tisch-Sitzgruppe gestaltet sind, der Eichhörnchenplatz und der am Itzenplitzer Weiher entstandene Festplatz (Friedensplatz) ergänzen den Bestand an infrastrukturellen Einrichtungen. Mit dem „Altsteigershaus“, einem Schank- und Gaststättenbetrieb, dessen Geschichte sich bis in das Jahr 1784 zurückverfolgen lässt, der Fischerhütte am Itzenplitzer Weiher, der Weiherklause am Itzenplitzer Weiher und der Fischerhütte am Saufangweiher gibt es zudem mehrere Gaststätten im unmittelbaren Zweckverbandsgebiet.

 

Der Naherholungsraum Itzenplitz hat im Jahr 2003 durch zwei bauliche Maßnahmen entscheidend an Anziehungskraft gewonnen. Seit dem 03. Mai erstrahlt die im Wald an der Gemarkungsgrenze der Orte Heiligenwald und Wemmetsweiler gelegene Freizeit- und Kneippanlage Tafelbrunnen in neuem Glanz. Wasserbecken, Wasserzulauf und –ablauf, Schutzhütte, Wege und Pflanzbeete wurden für rund 23.000 Euro von den Zweckverbandsgemeinden umfassend saniert und neu gestaltet. Die Arbeiten selbst wurden von der Neuen Arbeit Saar (NAS) ausgeführt. Am 20. Juli

wurde die Fertigstellung eines ersten Bauabschnitts zum Lückenschluss des Rundwanderweges am Saufangweiher gefeiert. Dazu investiert der Zweckverband wiederum rund 50.000 Euro. In Kooperation mit einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahme der Neuen Arbeit Saar wird bis Jahresende auch eine Brücke über die Weiherfläche entstehen.

 

Und es mangelt nicht an neuen Ideen für die Zukunft! Momentan wird über die Schaffung eines Fisch- und eines Waldlehrpfades nachgedacht.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Naherholungsraum Itzenplitz –

Zeugnisse des Bergbaus von hoher Qualität und Aussagekraft

 

 

Der Naherholungsraum Itzenplitz ist eine Kulturlandschaft, die vor allem vom Bergbau auf Steinkohlen geprägt und gestaltet worden ist. Entsprechend haben sich hier auch viele industriekulturelle Sachzeugnisse und „Spuren“ erhalten. Sie dokumentieren die Raumentwicklung von der Frühen Neuzeit bis heute. Sie verleihen der Landschaft eine besondere, weil zusätzliche Qualität und dem Landschaftsbild das eigene Gepräge. Diese Zeugnisse unserer industriellen Vergangenheit sind somit ein weiteres Potential zur Entwicklung des „Naherholungsraumes Itzenplitz“ im Sinne einer zukunftsorientierten und nachhaltigen Attraktivitätssteigerung.

 

 

Der Itzenplitzer Weiher ist auch das industriekulturelle Leitobjekt im Naherholungsraum Itzenplitz. Blickfang inmitten der Weiheranlage ist das historische Pumpenhaus. Es stellt eine technische in Deutschland einzigartige Rarität dar und ist ein Kleinod im Denkmalbestand des Saarbergbaus. Das Pumpenhaus gilt als Wahrzeichen von Heiligenwald und ist wie der Weiher bergbaulichen Ursprungs.

 

Am 7. August 1860 war die exakt 1,87 Km lange Lokomotiv-Zweigbahntrasse „Reden-Itzenplitz“ in Betrieb genommen worden. Sie verband das an der Sulzbachtalbahn liegende bereits im Jahre 1846 angeschlagene Bergwerk Reden mit den Itzenplitz-Schächten. Diese Grube war 1857 angehauen worden. Sie trägt den Namen des Grafen Heinrich August von Itzenplitz (1799-1883), der preußischer Handelsminister und oberster Leiter des Berg-, Hütten- und Salinenwesens war. Der Bau dieser Kohlentransportbahn machte die Schüttung eines Damms durch das Klinkenbach- und Kallenbachtal notwendig. In den Jahren 1878/79 wurde hinter dem Damm ein Teich angelegt. Ein erstes Pumpwerk entstand zur gleichen Zeit am nordwestlichen Weiherufer. Der Bahndamm diente nunmehr gleichzeitig als Staudamm. Die im Itzenplitzer Weiher angestauten Wässer des Klinken- und Kallenbachs wurden zur Speisung der Dampfmaschinen und als Reservoir für die Gruben Itzenplitz und Reden genutzt. Darüber hinaus wurden die gehobenen Grubenwässer in diesen Weiher abgeleitet.

 

1908 wurde das jetzige Pumpenhaus errichtet. Über kreisrundem Grundriss erhebt sich ein aus rotem Sandstein errichteter Quadersockel. Auf ihm liegt ein Umgang auf, der über einen Steg mit dem Ufer verbunden ist. Der weiß verputzte Maschinenraum wird durch große, halbrund geschlossene Fenster belichtet, die nur noch in Teilen vorhanden sind. Den Baukörper krönt ein achtseitiges Schieferdach, das über einem ebenfalls verschieferten Abschlussgesims aufgesetzt ist. Eine vergoldete Dachspitze wurde als auffälliges Schmuckelement hinzugefügt. Das Pumpenhaus im Itzenplitzer Weiher ist ein auch optisch herausragendes Gebäude. Es widerlegt die oft geäußerte Meinung, Industriebauten besäßen keine ästhetische Qualität.

 

 

Pingen, Schürfe und Hohlwege sind Relikte eines alten Bergbaus. Das seit dem 14. Jahrhundert mit der Herrschaft belehnte Geschlecht der Reichsgrafen von Kerpen hatte im Jahre 1754 die Genehmigung zum Betrieb einer landesherrlichen Steinkohlengrube im Illinger Wald erteilt. Neben dieser Illinger Grube bestand seit dem Jahr 1765 eine zweite Grube, die der Besitzer der neu errichteten Glashütte zu Merchweiler betrieb. Eine um 1800 gegründete Rußhütte verwertete deren geringwertige Kohlen. Im Jahre 1821 wurden die beiden Gruben vereinigt und unter dem Namen Grube Merchweiler weitergeführt.

 

Reste dieser frühen bergbaulichen Aktivitäten sind die im Waldgebiet zwischen Altsteigershaus und dem Itzenplitzer Weiher lokalisierbaren Kohlelöcher. Dort, wo die kohleführenden Schichten an der Tagesoberfläche ausstrichen, gingen die Kohlengräber mit primitivem Gezähe, zumeist Feldhacken und Spaten, in den Berg. Die Gewinnungsorte wurden so lange genutzt, bis die Flöze mit den damaligen technischen Mitteln nicht weiter abgebaut werden konnten und zusammenbrachen oder aber die entstandenen Hohlformen voll Wasser liefen. Die im Zuge dieses "wilden Kohlegrabens am Flözausgehenden" entstandenen trichter- oder grabenförmigen Kohlelöcher werden "Pingen" genannt. Im Raum zwischen dem Altsteigershaus und dem Itzenplitzer Weiher haben sich über 350 solcher Hohlformen erhalten. Sie stellen das beste Ensemble von Zeugnissen der frühen Kohlegewinnung im gesamten Saarbergbau dar. Es bedarf jedoch des Hinweises, dass in den Notjahren des Zweiten Weltkrieges bis hinein in die 1960er Jahre in diesem Waldgebiet nochmals nach dieser überlieferten Gewinnungsmethode nach Kohlen gegraben worden ist. So erklärt sich auch der gute Erhaltungszustand vieler der hier lokalisierbaren Pingen.

 

Ein erstes Pingenfeld  erstreckt sich im Nordwesten der Tagesanlagen der Grube Itzenplitz. In dem stark hängigen Gelände lassen sich zahlreiche Pingen, die zumeist grabenartige Strukturen ausbilden, erkennen. Das größte und aussagekräftigste Pingenensemble in diesem Waldgebiet liegt zwischen dem Altsteigershaus und dem Endpunkt der Rußhütter Straße in Heiligenwald. Im Hang stehen zum einen langgezogene Grabenpingen an. Daneben finden sich Rund- oder Ovalpingen, die drei lange Pingenreihen ausbilden und die Lage ausstreichender Kohlenflöze anzeigen. Nahe dem Parkplatz "Fünffingerweg" ist ein gut erhaltener so genannter Hohlweg vorhanden. Bis zu vier Meter ist er in das Waldrelief eingekerbt. Durch die Hohlwege erfolgte der Abtransport der Kohlen. Mit Pferdefuhrwerken, Handwagen oder Schubkarren wurden sie zu den Sammel- und Verladeplätzen gebracht.

 

Die Schachtanlage Erkershöhe liegt am Ortsausgang Bildstocks an der Illinger Straße. Die beiden Erkershöh-Schächte waren 1872 bzw. 1874 angeschlagen worden. Wichtigstes bauliches Element auf der kleinen Geländeparzelle ist das Fördergerüst Erkershöhe I. Es ist ein „Deutsches Strebengerüst“ der typischen Form in Vollwandbauweise. Es wurde 1950 von der Firma B. Seibert Stahlbau GmbH, Saarbrücken, erbaut und 1961 von der gleichen Firma verstärkt. Es befand sich ehemals über Schacht Frieda der Grube Maybach. 1961 wurde es zum heutigen Standort umgesetzt. Die freie Höhe beträgt 12,59 m, der Seilscheibendurchmesser beträgt 6.000 mm. Heute ist das Fördergerüst Erkershöhe I das letzte auf Friedrichsthaler Gemarkung erhaltene Fördergerüst. Daneben haben sich auf der Grube Erkershöhe die beiden Fördermaschinenhäuser und das Kompressorenhaus erhalten.

 

 

 

 

 

 

Der Naherholungsraum Itzenplitz –

Der Ausgangspunkt für den Besuch weiterer industriekultureller Attraktionen im Umfeld

 

 

Der Naherholungsraum Itzenplitz eignet sich zur Erholung. In ihm lässt sich jedoch auch auf den Spuren unserer reichen industriellen Vergangenheit wandeln. Und es lässt sich von hier aus die reizvolle Umgebung des Zweckverbandes „erfahren“. Diese Umgebung ist reich an industriekulturellen Gütern. Sie sind in Teilen von solch hoher landesgeschichtlicher und industriekultureller Bedeutung, dass sie dem industriellen Erbe unseres Landes zuzurechnen sind.

 

Besuchen Sie doch einmal den einen oder anderen Ort! Sie werden angetan, vielleicht sogar begeistert sein von dem, was Heiligenwald, Landsweiler-Reden, Bildstock, Maybach, Merchweiler und Wemmetsweiler zu bieten haben. Hier eine kleine Auswahl – als Angebot:

 

 

Heiligenwald (Gemeinde Schiffweiler)

 

  1. Tagesanlage der Grube Itzenplitz (innerer Bereich)

 

·        Fördergerüst Itzenplitz III mit Fördermaschinenhaus

·        Fördergerüst Itzenplitz II mit Fördermaschinenhaus und elektrischem Förderaggregat

·        Schalthaus (elektrische Zentrale)

·        Kompressorenhaus

·        Stützmauer mit Mundlocharchitekturen

 

  1. Tagesanlage der Grube Itzenplitz (äußerer Bereich)

 

·        Zechenhaus mit Lampenkaue

·        Kauengebäude

·        Empfangsgebäude und Nebengebäude des Grubenbahnhofs

 

  1. Betsaal der Grube Itzenplitz, Kreuzung Wemmetsweiler-/Itzenplitzstraße

  2. Laurentiuskirche, Laurentiusstraße

  3. Bergbeamtenhäuser, Itzenplitzstraße 37/39, 41/43, 45/47

  4. Bergbeamtenhaus, Karlstraße 7

  5. Bergarbeitersiedlung „Sonnenberg“, Sonnenbergstraße

  6. Bergarbeiterkolonie „Margarethenstraße“, Margarethenstraße

 

 

Landsweiler-Reden (Gemeinde Schiffweiler)

 

1.      Tagesanlage der Grube Reden

 

·        Fördergerüst Reden IV mit Fördermaschinenhaus und elektrischem Förderaggregat

·        Fördergerüst Reden V mit neuem Fördermaschinenhaus und elektrischem Förderaggregat

·        Historisches Fördermaschinenhaus Reden V mit Dampfförderaggregat Reden V-Ost

·        Einhausung Schacht Reden III

·        Zechenhaus – Verwaltungs- und Kauengebäude

·        Plastik des „Saarbergmanns“ von Fritz Koelle

·        Kompressoren- und Maschinenhaus

·        Bergeschüttungsensemble Reden

 

2.      Bahnhof Landsweiler-Reden mit Empfangsgebäude und Eisenbahnersiedlung, Bahnhofstraße 11, 13, 15

3.      Grubenunglücks-Denkmalanlage Reden, Straße „Am Bergwerk Reden“

4.      Bergarbeitersiedlung „Schachtstraße“, Schachtstraße

5.      Bergarbeitersiedlung „Schloss-/Bildstockstraße“, Schloss-/Bildstockstraße

6.      Bergarbeitersiedlung „Madenfelderhof“, Madenfelderhof-/Koloniestraße

7.      Bergarbeitersiedlung „Kreisstraße“, Kreisstraße

8.      Gebäudeeinheit der Berginspektion VI-Reden, Bahnhofstraße 28

9.      Klinkenthal mit historischem Bergfestplatzbereich

10.  Rekonstruierte Mundlocharchitektur des Reden-Stollens, Marktplatz Landsweiler-Reden hinter der Klinkenthalhalle

 

 

Bildstock (Stadt Friedrichsthal)

 

1.      Marktplatz Bildstock mit der Mariensäule, Kreuzung Illinger-/Neunkircher Straße

2.      Bildstock-Tunnel (nördlicher Eingang) mit Haltepunkt Bildstock, Bahnhofstraße

3.      Saal des „Bergmännischen Vereins für Schutz und Recht“ (Rechtsschutzverein) – Rechtsschutzsaal, ältestes Gewerkschaftsgebäude Deutschlands, Hofstraße 49

4.      Ehemaliges Gasthaus Kron (Gründungslokal des Rechtsschutzvereins), Neunkircher Straße 37

5.      Hoferkopf mit historischer Bildstocker „Sandkaule“ - historische Quarzsandabbaubereiche im „Villinger Park“

6.      Hoferkopfturm mit Panoramablick

7.      Gebäude des ersten Reduzierbehälters des städtischen Wasserwerkes, Gipfelplateau des Hoferkopfes unmittelbar neben dem Hoferkopfturm

8.      Historische Wasserbehälteranlage der Saargruben mit begleitender Wärterwohnung, Birkenallee

9.       Bildstock-Tunnel (südlicher Eingang) mit historischem und aktuellem Trassenverlauf

 

10.  Tagesanlage der Grube Helene

·        Stollenmundlocharchitektur des Grühlingsstollens

·        Maschinenhaus des Schachtes Helene I, Helenenstraße 8

·        Verfüllte Schachtröhre des Schachtes Helene II, oberhalb des südlichen Bildstock-Tunnelmundlochs

 

11.  Plasteauhalde des Bildstock-Tunnels, nördlich der Grubenstraße

12.  Gebäude der ehemaligen Berginspektion IX-Friedrichsthal, Helenenanlage 8

13.  Bergbeamten-Doppelmietshäuser, Kohlenstraße 2/4, 6/8

14.  Einfamilienhäuser für höhere Bergbeamte, Im Grühlingswald 5, 7, 9, 11

15.  Bergarbeiterkolonie „Die Insel“, Inselstraße 1-59, 63, 6-48

16.  Bergarbeitersiedlung „Die Wallachei“, Illinger Straße 120-162

 

 

Maybach (Stadt Friedrichsthal)

 

1.      Tagesanlage der Grube Maybach

 

 

 

2.      Siedlung der Grube Maybach

 

 

 

Merchweiler und Wemmetsweiler (Gemeinde Merchweiler)

 

  1. Trasse der Fischbachtalbahn

  2. Areal des ehemaligen Bahnhofs Merchweiler, Straße „Am Güterbahnhof“

  3. Tunnelanlage

  4. Bahnhof Wemmetsweiler, Straße „Zum Bahnhof“

  5. Rathaus Wemmetsweiler, Rathausstraße

  6. Kirche St. Michael, Striedtstraße

  7. Ehemaliger Absinkweiher der Grube Göttelborn im Merchtal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Impressum:

 

Zweckverband Naherholungsraum Itzenplitz (Hg.):

 

Festschrift:

30 Jahre „Zweckverband Naherholungsraum Itzenplitz“ – Bilanz einer Erfolgsstory

 

Konzept und Text:

Delf Slotta, Saarbrücken

 

Fotos:

Delf Slotta, Saarbrücken

Hans Hermann Woll, Merchweiler

 

Auflage: 3000

 

Satz und Druck:

Offsetdruckerei H. Schäfer & Co., Merchweiler

 

 

 

 

 

Wichtiger Hinweis:

 

Die reich bebilderte Festschrift ist kostenfrei beziehbar beim Zweckverband Naherholungsraum Itzenplitz.

 

 

Kontakt:

 

Zweckverband Naherholungsraum Itzenplitz

c/o Gemeinde Merchweiler

Rathausstraße 1

66589 Merchweiler-Wemmetsweiler

Telefon: 06825 / 955-255

e-mail: hans.hermann.woll@merchweiler.de